Pension Vinschgau
Vinschgau

Eine Reise vom Ötzi bis heute

Der Vinschgau nimmt unter den Südtiroler Kunstlandschaften  eine Sonderstellung ein.
In keinem anderen Talstrich hat sich eine vergleichbare Fülle hochmittelalterlicher Baudenkmäler auf engstem Raum erhalten. Die zahlreichen Burgen, Burgruinen, Schlösser, Ansitze und gemauerten Wohntürme sind Zeugen ausgeprägter mittelalterlicher Herrschaftsverhältnisse.

Eine Besonderheit sind auch die Waale, ein uraltes Bewässerungssystem. Nicht nur als kühne Wassernetze und Aquedukte sind die Waale in unserer Zeit einzigartige Kultur- und Naturdenkmäler: für das Selbstverständnis wichtig und identitätsstiftend - nicht weniger als blauer "Schurz", Tracht, Mundart, Sonnenberg, Licht oder Wind.
Vinschgau

Burgen und Schlösser:

Schloss Annaberg
... am Sonnenhang über Goldrain

Annenberg liegt 400 m über der Talsohle und besticht durch seine einzigartige Lage. Erbaut wurde die heutige Burganlage um die Mitte des 13. Jahrhunderts, auf einem archäologisch bedeutsamen Höhenplatz, wie Funde aus der späten Bronzezeit beweisen.
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts teilten sich der Tiroler Landesfürst und die Vögte von Matsch den Besitz. 1333 ging der Anteil der Matscher an Heinrich von Partschins einem treuen Gefolgsmann des Landesfürsten über, der sich in der Folge Heinrich von Annenberg nannte. Er war einer der bedeutensten Persönlichkeiten des 14. Jahrhunderts und ging als Begründer des Latscher Spitals in die Geschichte ein.
In den Hängen oberhalb von Annenberg wurde lukrativer Bergbau betrieben und die Annenberger stiegen im 14. und 15. Jahrhundert zum bedeutensten Geschlecht im mittleren Vinschgau auf.
Heute ist die Burg im Privatbesitz und leider nicht zu besichtigen.


Schloss Kastelbell
... am Waalweg

Schloss Kastelbell, 1238 erstmals erwähnt, wahrscheinlich aber früheren Ursprungs, wurde von den Herren von Montalban erbaut. Dieses einst sehr mächtige Adelsgeschlecht wurde nach 1200 von den Grafen von Tirol bekämpft.
Schloss Kastelbell kam in den Besitz der Landesfürsten. Seit etwa 1300 war Kastelbell auch Sitz einer Gerichtsbarkeit. Nach mehrfachem Besitzerwechsel ging das Schloss 1531 als Pfandlehen an die Familie Hendl über. Die Hendl führten erhebliche Vergrößerungen und bauliche Änderungen durch, denen Schloss Kastelbell seine heutige Form verdankt.
1813 und 1824 wurde das Schloss durch Brände weitgehend zerstört.
Die Grafen Hendl bauten nur kleinen Teil zu Wohnzwecken wieder auf und somit war das Schloss dazu bestimmt, zur Ruine zu verfallen.
1956 wurde dar Gebäudekomplex vom Staat erworben. Am Ende eines sich über Jahrzehnte hinziehenden Gerichtsvorganges, bei dem Graf Siegmund von Hendl und die Republik Italien um den Besitz des Schlosses kämpften, wurde schließlich ein Vergleich geschlossen: dieser ermöglichte dem Staat den Erwerb des Schlosses für 31.068 Lire (€ 16,04).
Schloss Juval
... der Wohnsitz von Reinhold Messner
     
Die Burganlage, auf einem prähistorischen Platz, wurde von Hugo von Montalban um 1278 erbaut. 1368 zählt sie zum Besitz der Herren von Starkenberg und 1540, nach öfterem Besitzwechsel, erwirbt sie die Familie Sinkmoser. Damit erreicht sie ihre Blütezeit. Sie fällt dann dem Geschlecht der Hendl zu, die sie 1813 an den Bauern Josef Blaas verkaufen. Die Burg verfällt. 1913 kauft sie der holländische Kolonialherr William Rowland und saniert sie vorbildlich.
Seit 1983 im Eigentum des Südtiroler Extrembergsteigers Reinhold Messner, wurde die Burg  1995 zur Besichtigung geöffnet. Zu Fuß oder mit dem Shuttlebus (ab Parkplatz Juval) gelangen die Besucher auf Schloss Juval, wo sie die Innenhöfe und ein Dutzend Räume besichtigen können. In den Sommermonaten, wenn der Eigentümer Reinhold Messner selbst im Vinschgau weilt, bleibt die Burg geschlossen. Reinhold Messner hat die Burg saniert und ihr mit einer umfangreichen Tibetika-Sammlung, einer Maskensammlung aus fünf Kontinenten und einer Sammlung von Bergbildern seinen persönlichen Stempel aufgedrückt. So wirkt der Renaissancebau heute auch wie eine tibetanische Klosterfestung.
Die Churburg
... die größte private Rüstungskammer       
     
Dem Churer Bischof Heinrich IV. von Montfort wird nach dem siegreichen Abschluss einer Fehde gegen die Vögte von Matsch auf Grund eines Schiedsspruchs vom 27. Februar 1253 u. a. das Recht eingeräumt "...an einem gefelligen Orth... von Cleven bis gegen Latsch...Schlosz oder Vestung frey unverhinderlich zw bawen.......".
Der Name der Burg begegnet uns das erstemal in einer Urkunde, die Bischof Heinrich am
21. Februar 1259 in "Curberch" ausstellt. Der Name und die Lage der Burg am Eingang ins Matscher Tal, in dem die Vögte von Matsch ihre Stammburg hatten, machen es zur Gewißheit, dass die Churburg jene Burg war, die dem Bischof kurz vorher "frey unverhinderlich" zu erbauen gestattet worden war.
 
Roman´s Surftipp: Die Churburg
Schloss Goldrain
... Bildungszentrum des Vinschgaus
     
Das herrliche Schloss am Fuße des Vinschgauer Sonnenberges gelegen, wird von Weinbergen, Obstgärten und Kastanienhainen umrahmt, womit die besondere klimatische Lage unterstrichen wird. Um den ursprünglichen Wohnturm herum, der auf das XII. Jahrhundert zurückgeht, entwickelte sich eine eindrucksvolle Anlage, die über lange Jahre hinweg zum bevorzugten Wohnsitz der Familie Hendl wurde. Rund um 1500 war das Schloss Gegenstand baulicher Veränderungen und Vergrößerungen, deren Details das Schloss zu einem wahren Schmuckstück verwandelten: die Arkaden im Renaissance-Stil, die zweifarbigen Treppen, die Marmorumrahmungen an Türen und Fenstern, die wertvollen Holzschnitzarbeiten, die herrlichen Kachelöfen, die mit Kratzputz verzierten Schornsteine, der kleine Balkon im venezianischen Stil ... Schloss Goldrain wird von einer 350 m langen Ringmauer mit vier zylinderförmigen Türmen umgeben; das imposante Eingangsportal ist mit Diamantquadern geschmückt. Die Außenmauern (1600) dienten sicher nicht zur Verteidigung, sondern standen viel mehr für den standesmäßigen Unterschied zwischen Adel und Bauern. Eine Torrgl aus dem Jahr 1701, die in einem der Keller aufbewahrt wird, liefert anschaulichen Beweis für die Feste und Feiern im Schloss und dokumentiert auf ihre Art die Freuden des Lebens. Heute ist das mit viel Feingefühl und großem Einsatz renovierte Schloss mit den vielen Kultur- und Weiterbildungsveranstaltungen lebendiger Mittelpunkt des Vinschgaus und wirkt damit weit über das Tal hinaus.
 
 
Roman´s Surftipp: Schloss Goldrain
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